Wie man Stereogramme (stereoskopische Bildpaare) ohne technische Hilfsmittel sehen kann
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Sehr einfach. Man muß sie anschielen.-
Man kann wirklich perfekte 3D-Bilder ohne jedes technische Hilfsmittel in einwandfreier Qualität wahrnehmen, indem man sie mit dem sogenannten Kreuzblick ansieht - also schielt.
Hier ist nicht die Rede von den bekannten 'Magic Eye' 3D-Bildern, die aus einem Haufen seltsam verstreuter Pünktchen oder anderer Muster aufgebaut sind.
Denn jene Bilder erkennt man, wenn man durch sie hindurch, sozusagen ins Unendliche starrt.Hier geht es vielmehr um einfache Bildpaare, wie man sie fast seit Anfang der Photographie aufnimmt, indem man 2 Kameras benutzt, die ein wenig seitlich voneinander aufgestellt sind.
Beide Varianten der 3D-Betrachtung benötigen keinerlei technische Hilfsmittel wie etwa besondere Brillen mit farbigen oder grauen Gläsern oder noch ganz andere Apparate (Bild-Umschalter).
Stattdessen beruhen beide darauf, die Scharfstellung der Augen unabhängig vom Konvergenzpunkt der Augachsen zu bewerkstelligen - etwas, was bei natürlichem Gebrauch der Augen im Alltag nie nötig ist. Dennoch stellt sich der Zustand gelegentlich beim ausgedehnten Umtrunk ein - das bekannte 'Doppeltsehen'.
Bei der Magic-Eye-Methode muß man den Konvergenzpunkt (das ist da, wo sich die Blicklinien schneiden) weit weg, nahe unendlich einstellen, während die Schärfe auf das Papier bei 30, 40, 50 cm oder so eingestellt wird.
Beim Kreuzblick, um den es hier geht, schielt man nach einer kurzen Distanz vor dem Papier (Bildschirm oder was auch immer). Das Papier sollte man dazu am besten mehr als 50 cm weg halten, damit man sich nicht zu sehr anstrengen muß beim Schielen. Entsprechend weit setzt man sich auch vom Bildschirm weg (ich empfehle 80 cm bis 1 m). Obwohl man in die Nähe schielt, muß man die Schärfe natürlich dennoch auf das eigentliche Bild einstellen.
Und während S.I.R.D.S. (single image random dot stereograms, so heißen Magic-Eye-Bilder wissenschaftlich) für gewöhnlich ein ganz anders Bild im Muster 'verstecken' (also ein Bild im Bild), das nichts mit dem einfach sichtbaren Muster zu tun haben muß, gibt es bei stereoskopischen Bildpaaren ihre wirkliche, plastische, räumliche bzw. perspektivische Ansicht zu sehen.
Um nun den 3D-Effekt zu erzielen, schielt man das Bildpaar zunächst so an, daß man 3 Bilder nebeneinander statt der tatsächlich abgebildeten zwei zu erkennen meint. Das sieht zunächst völlig unscharf aus - das macht aber nichts. Man sollte sich darauf konzentrieren, daß alle drei Bilder gleich breit erscheinen (!). Das ist für einige Leute anfangs mitunter nicht so einfach, weil das mittlere Bild, um das es hier geht, immer wieder irgendwie 'fliehen' und verschwimmen möchte; das sollte man nicht zulassen, sondern üben, bis es ohne Gegenwehr stehen bleibt (keine Angst - die Augen tun das nie!)
Wenn man das geschafft hat, wird das Bild irgendwann klarer und deutlicher und -voila!- da ist es.
Es ist geschafft - 3D ohne jede blöde Brille oder solches Zeugs! Ein unvergeßliches Erlebnis!Dieses Gefühl des Triumpfs, dieser Eindruck ist die aufgewendete Zeit und Mühe allemal wert gewesen - da kenne ich keine Gegenstimmen! Also - nicht gleich aufgeben! Kinder bekommen das manchmal in wenigen Augenblicken hin, wenn man ihnen genau erklärt, worum es geht. Da sollte man um ein paar Minuten in einem ruhigen Augenblick nicht knausern.
Aber warum die beiden Bilder nicht parallel statt überkreuzt abbilden? Nun, das geht auch, hat aber einen entscheidenden Nachteil: das Einzelbildchen muß dabei stets kleiner gehalten werden als der Augenabstand des Betrachters (etwa 6.5 cm). Denn niemand (außer Marty Feldman) kann nach außen schielen. Gekreuzte Stereo-Bildpaare lassen sich dagegen praktisch beliebig groß drucken oder sonstwie abbilden. Man muß dann einfach ein paar Schritte zurücktreten, bis man sie ohne Mühe fest im Schielblick hat.
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In Englisch sehr lesenswert: Professor Simanek's informative Seiten über Stereoskopie und andere visuelle Phänomene!-
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